Dienstag, 22. Oktober 2013

RSI: Sklaventreiber?



Beutet CIG die „Fans“ mit dem „starship contest“ aus? Mit dieser durchaus provokanten Aussage hat gestern „6000“, ein User aus dem offiziellen RSI Forum, die auf den ersten Blick lächerliche Behauptung aufgestellt.

Er/Sie unterstellt RSI damit eine moderne Form der Sklaverei und Ausbeutung. Schließlich, so „6000“ würde das Unternehmen ja am Ende für $ 30.000,00 (plus/minus) ein voll funktionsfähiges Raumschiff bekommen, während all die anderen Teilnehmer ohne auch nur einen Cent in der Tasche nach Hause gehen würden.

Klingt absurd, oder?

Ich meine, es ist ein Wettbewerb. Also eine freiwillige Veranstaltung bei der sich verschiedene Personen aus freiem Willen mit anderen Personen messen um die Leistungen miteinander zu vergleichen und am Ende natürlich auch bewertet werden.

Also etwas völlig normales in unserer Gesellschaft. Und in meinen Augen auch ein ziemlich cleverer Schachzug von CIG.

Der User „6000“ argumentiert nun aber, das CIG auf diese Art und Weise eben eine beliebige Anzahl Mitarbeiter für sich an Raumschiffkonzepten arbeiten lässt, bloß am Ende nur 1 Person/Gruppe effektiv bezahlen muss. Halloooo? Das ist ein Wettbewerb ;-) 

Weshalb viele andere User dies auch wie folgt kommentiert haben:

„Wach auf, so ist das im realen Leben eben!“
„The Winner takes it all!“
„Bei Angeboten kann auch nur einer den Job haben!“

Und sie alle haben damit recht. Genau so läuft es im realen Leben nun einmal. So läuft es in Spielen, so läuft es immer!

Aber, nur mal des Argumentes wegen frage ich mich: Ist das deshalb aber auch richtig?

Obwohl ich davon ausgehe das "6000" einfach nur rumtrollt, kritisiert er/sie vermutlich "unabsichtlich" eigentlich nicht nur CIG und diesen Contest, sondern stellt damit unsere moralischen und ethischen Grundvorstellungen in Frage.

Das ist die Frage die mich interessiert seitdem ich diesen Post gelesen habe. Ich meine, wenn man es jetzt mal völlig unbedarft sieht, ist dieses System eigentlich moralisch falsch. Oder?

„Ein Unterschied, der ein Unterschied macht, ist kein Unterschied!“

Wenn ich diese Annahme als Argumentationsgrundlage benutze, stellt sich in der Tat die Frage, ob es einen Unterschied zu der „klassischen Sklaverei“ zu unseren etablierten Wirtschafts- und Gesellschaftssystemen gibt.

Die Menschen die als Sklaven leben mussten, wussten dass Sie Sklaven waren. Sie mussten unentgeltlich entgegen Ihrem Wunsch und Willen Dienstleistungen erbringen. Die einzigen Vorteil genossen Sie darin, das kostenfrei wohnen und essen konnten und medizinische Versorgung frei waren. (Bedingt...)

Die Menschen heute begeben sich freiwillig in ein ähnliches Abhängigkeitsverhältnis. Egal ob es schlecht bezahlte Job`s sind, oder solche Wettbewerbssituationen in denen nur zählt wer der beste ist.

Natürlich geht es uns heute besser. Sowohl medizinisch als auch unsere Rechtssituation ist oberflächlich betrachtet deutlich besser. Aber faktisch gewinnt vor Gericht auf im Zweifel der, der das meiste Geld hat. Denn eine Krähe pickt der anderen kein Auge aus...). Wir haben ebenso wenig Einfluss auf das was um uns passiert, wie die Menschen damals. Oder? Oder geben wir diesen Einfluss aus Bequemlichkeit einfach nur ab.

Nehmen wir zum Beispiel den typischen politischen Deutschen. Er interessiert sich 4 Jahre lang nicht für Politik, wählt dann das was er kennt, weil sich ja eh nichts ändert und vergisst dann wieder 4 Jahre lang das es Politik überhaupt gibt.
In der Zwischenzeit wird zwar vielleicht mal über unbequeme Entscheidungen in der Politik gesprochen, aber Konsequenzen daraus werden nicht gezogen.

Eigentlich ein ziemlich armseliges Bild, oder? Da drängt sich die Frage auf, ob wir nicht bekommen, was wir verdienen.

Tatsache ist jedoch, dass ich ungeachtet der aufgeworfenen gesellschaftlichen Fragen nach wie vor der Überzeugung bin, das dieser Wettbewerb eine geniale Idee ist. Auch wenn das bedeutet, das ich einem moralisch fragwürdigen gesellschaftlichen Konzept hörig bin ;-)


Wie ist das mit Euch: Findet Ihr das CIG mit diesem Wettbewerb die Community ausnimmt? Oder das es ein genialer Schachzug und eine spannende Chance für angehende Modder ist?

Kommentare:

  1. Das wäre nur dann der Fall wen die anderen Projekte die nicht gewonnen haben ebenfalls ins Spiel kommen und zwar in einem kürzerem Zeitraum.
    Auf lange Sicht kann man's nicht sagen da man ja sowieso vorhat Modding Content ins persistente Universum zu integrieren wenn die Qualität stimmt.
    Bzw solange sich keiner aufregt!!
    Nach dem Motto wo kein Kläger da kein Richter

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  2. Noch was.
    Unsere Gesellschaftsform funktioniert ohne Sklaven erst gar nicht.
    Wir könnten unseren Standard gar nicht halten wenn alle gerecht für ihre Leistung entlohnt würden.
    Aber wenn man das Elend nicht vor der Tür hat kann man leicht die Augen verschließen und muss es sich nicht ansehen, ist ja nicht mein Problem.

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  3. Ja, damit triffst Du den Nagel auf den Kopf.

    Aber genau das macht mich hin und wieder eben so nachdenklich. Ich bin ein Kind des Konsums. Gebe ich ohne Umschweife zu. Ich liebe mein IPhone und meinen PC.

    Aber wenn ich mir vor Augen halte, was alles passieren musste, damit ich dies in den Händen halten kann, vergeht mir manchmal schon die Lust.

    Und irgendwie ist das falsch an unserer Gesellschaft. Die Frage ist einfach, gibt es einen besser funktionierenen Weg?

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  4. Solange die Gesellschaft nur nach dem Gewinn gemessen wird gibt es keine bessere Lösung
    Erst wenn man alles zu gleichen teilen auf alle aufteilt wird es besser sein (vieleicht).

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